Gescheit, Gescheiter, Gescheitert…

Immer wenn im Leben etwas zerbricht, entsteht dadurch etwas Neues.

Scherben.

Vielleicht aber auch Baumaterial. Für neue Wege.

Andere Möglichkeiten .

Andere Lebens- oder Nutzungsformen.

Jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne.

Und jedem Ende ein neuer Anfang.

In meinem Leben hab es so viele Niederschläge, dass man manchmal ganz schön niedergeschlagen sein könnte Aber wenn man retrospektiv seine Niederschläge als die größten Chancen betrachtet , über sich hinauszwachsen, wer dürfte dann das Unglück beweinen und über vergangenes Heiles trauern, wenn doch der Neubeginn nach dem Klang des Zerbrechens den Aufruf zur steten Veränderung in sich trägt, die wir brauchen, um zu wachsen und zu reifen.

Epiktet, ein später Stoiker, hat in seinem Büchlein der Moral mal sinngemäß philosophiert, dass es nicht an uns ist zu entscheiden, wer der Vollstrecker unseres Schicksals ist, der Schmied sind wir, solange wir erkennen, dass Ruhm, Besitz und Ansehen nicht in unserer Macht liegen, sehr wohl aber die Sichtweise. mit der wir die Welt und unser Dasein beurteilen.

Wer nicht scheitert, hat wohl wenig Neues gewagt.

Selten wird man durch Scheitern nicht gescheiter.

Und damit wird aus gescheitert vielleicht ja doch wieder gescheiter und weiter im Ausprobieren der Möglichkeiten sein Leben zu leben und Reife zu erlangen, um Sinn und Beitrag seines Wirkens zu hinterfragen und neu zu beginnen.

Alfred Einstein hat einmal formuliert. es sei die schiere Form des Wahnsinns mit derselben Herangehensweise auf neue Ergebnisse kommen zu wollen. Wer sich nicht neu erfindet und neu erfinden muss, wie der Hai, der sich für eine perfekte, langlebige NIsche optimal angepasst hat und derzeit keine Veränderung braucht, bleibt stehen in seiner Entwicklung.

Nur der Narr und der erhabenen Weise sehen keine Not zur Veränderung.

Darum halte ich es für so wichtig, Niederschläge in seinem Leben zu akzeptieren, wenn nicht sogar zu forcieren oder inszenieren, um nicht mit Tränen an etwas festzuhalten, was leichter mit einem Lächeln losgelassen wäre und wenn es nur unsere Haltung ist, die jede Änderung erst argwöhnisch beäugen muss, bis der Funke der neuen Vision und der Ausblick auf neue Perspektiven die Kräfte des Wandels mobilisiert.

Wer es schafft, dazu noch aus der Situation der Stärke die Frage zu stellen, „what if….? What if I’d do it different?“, der hat verstanden, dass steter Wandel und proaktive Weiterentwicklung selbst dann Sinn macht, wenn sein Dasein oder die Ökonische nicht gerade vor der Katastrophe steht.

Was könnten wir nicht alles bewegen, wenn wir keine Angst davor hätten, dass sich etwas bewegt, verändert, scheitert, zerschlägt oder zerbricht.

Und was könnten wir bewegen, wenn wir weniger Angst davor hätten, gescheitert zu sein, als wir mehr Lust haben zu wagen, dafür gescheiter zu werden, auch wenn das bedeutet, manchmal geschlagen zu sein, gescheiter-t und trotzdem so gar nicht wirklich niedergeschlagen…

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